HARTING Technologiegruppe mit höchstem Umsatz der Unternehmensgeschichte

Die HARTING Technologiegruppe in Espelkamp (Kreis Minden-Lübbecke) hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17 (30. September) ihren Umsatz kräftig gesteigert. Mit einem Plus von 14,7% erzielte das weltweit tätige Familienunternehmen einen Umsatz von 672 Mio. € (Vorjahr: 586 Mio. €) und damit den höchsten Wert in der 72-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Zunahme übertraf damit deutlich die Prognose des Vorstands auf der letztjährigen Jahrespressekonferenz im Dezember 2016.

Der Vorstand der HARTING Technologiegruppe mit innovativen Produkten: Dr. Michael Pütz, Andreas Conrad, Dr. Frank Brode, Margrit Harting, Philip Harting, Maresa Harting-Hertz und Dietmar Harting (von links nach rechts).

„Das ist eine sehr erfreuliche geschäftliche Entwicklung“, freute sich der Vorstandsvorsitzende Philip Harting. „Wir sind weiter auf einem sehr guten Weg in Richtung Weltunternehmen. Unser Erfolg beruht mehr denn je auf unserem globalen Unternehmensnetzwerk aus Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften. Für die Kunden gehören unsere Produkte, Konnektivitätslösungen und Dienstleistungen zu den weltweit besten in der Branche.“

Starke Impulse aus den Märkten Verkehrstechnik, Maschinenbau und Automation

Umsatztreiber waren insbesondere die Marktsegmente Verkehrstechnik, Maschinenbau, Automation und Robotik. Zum positiven Ergebnis des Konzerns trugen alle Regionen bei, in denen HARTING tätig ist. In Europa (ohne Deutschland) und dem Nahen Osten (EMEA) nahm der Umsatz um rund 12% auf 225 Mio. € (Vorjahr: 201 Mio. €) zu. Das stärkste Plus gab es jedoch in Asien/Pazifik sowie in der Region Americas mit je 22%. In Asien/Pazifik sprang der Umsatz auf nunmehr 158 Mio. € (Vorjahr 130 Mio. €), in der Region Americas auf 73 Mio. € (Vorjahr 60 Mio. €). Auch in Deutschland hat sich das Geschäft deutlich positiv entwickelt. „Besonders freue ich mich, dass wir auf unserem Heimatmarkt Boden gutgemacht haben“, so der Vorstandsvorsitzende. Im Inland verzeichnete die Technologiegruppe eine Umsatzsteigerung von knapp 11% auf 216 Mio. € (Vorjahr 195 Mio. €). Gut zwei Drittel (67,8%, Vorjahr: 66,7%) des Gesamtumsatzes erzielt die Technologiegruppe bereits im Ausland.

Investitionen in Entwicklung, Produktion und Vertrieb

Die Technologiegruppe setzt ihre internationale Wachstumsstrategie fort und baut ihr globales Produktionsnetzwerk weiter aus, so mit neuen Werken in Chennai (Indien) und Agnita (Rumänien). Dazu kam die große Erweiterung in Sibiu. In Sibiu und Agnita werden u.a. Komponenten für die Ladeinfrastruktur von Elektromobilen gefertigt.

Im neuen Werk in Silao in Mexiko fertigt HARTING umspritzte Kabel und Kabelbäume. Nach erfolgreicher „Ramp-up-Phase“ soll das Personal in den nächsten drei Jahren von aktuell 35 ebenfalls deutlich aufgestockt werden. Mexiko ist Partnerland der HANNOVER MESSE 2018. „Und wir versprechen uns davon weitere Impulse“, so Philip Harting.

Standorte Espelkamp und Rahden gestärkt

Neben den Erweiterungen im Ausland investiert HARTING auch an seinen Standorten im Kreis Minden-Lübbecke. „Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt rund 45 Mio. € investiert, ein Großteil für Projekte in Espelkamp und Rahden. Das ist ein klares Bekenntnis zur Region“, sagte Maresa Harting-Hertz, Vorstand Finanzen und Einkauf. So wurde die neue Geschäftszentrale der HARTING Customised Solution (HCS) in Espelkamp eröffnet, das HARTING Development Center (HDC) in Rahden bezogen, in neue Maschinen und Anlagen sowie in zahlreiche Digitalisierungsprojekte investiert. Im HARTING Development Center werden die Entwicklungskompetenzen mit Fokus auf Industrie 4.0 gebündelt.

Dickster „Investitionsbrocken“ ist das neue Logistikzentrum European Distribution Center (EDC) in Espelkamp, mit dessen Bau im Frühjahr begonnen wurde. Voraussichtlich Ende 2018 soll der mehrmonatige Probebetrieb beginnen. Die Fertigstellung ist für 2019 vorgesehen.

Ein wichtiges Meilenstein-Projekt im Vertrieb ist die Entwicklung der HARTING Digital Business Platform (HDBP). Die neue Software-Architektur verknüpft HARTING Webseite, eShop, eCatalogue und das Customer Relationship Management zu einer leistungsfähigen Vertriebs- und Kundenplattform, so Philip Harting. An diesem Wochenende (9./10. Dezember 2017) soll die HDBP „live“ gehen.

Der Vorstand der HARTING Technologiegruppe gab den Startschuss für die HARTING Digital Business Platform (HDBP): Dr. Michael Pütz, Dietmar Harting, Margrit Harting, Maresa Harting-Hertz, Philip Harting, Andreas Conrad und Dr. Frank Brode (von links nach rechts).

Weltweit 353 neue Stellen geschaffen

Das kräftige Umsatzwachstum und die Investitionen in die Zukunft hatten einen positiven Effekt auf die Personalentwicklung, die Personalvorstand Dr. Michael Pütz vorstellte. Die Zahl der Mitarbeitenden (einschließlich Auszubildende) stieg im Verlauf des Geschäftsjahres 2016/17 auf 4.639 (Vorjahr: 4.286). Das entspricht einem Anstieg von 8,2%. Im Inland wurden 104 neue Stellen geschaffen (4,3%), in den ausländischen Produktionsstätten und Tochtergesellschaften 249 Mitarbeitende (13,2%) eingestellt. An den deutschen HARTING Standorten (Espelkamp, Minden, Rahden) waren damit am 30. September 2017 insgesamt 2.500 Mitarbeitende tätig, im Ausland 2.139.

Personalentwicklung von Dritten ausgezeichnet

Aus- und Weiterbildung haben bei der Technologiegruppe seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. So werden bei HARTING zur Zeit 152 kaufmännische und technisch-gewerbliche Auszubildende sowie Duale Studenten in 22 Berufen auf ihre künftigen Tätigkeiten vorbereitet und damit doppelt so viel wie im Jahr 2009.

Für die hohe Qualität der Ausbildung sprechen zahlreiche Auszeichnungen und hervorragende Prüfungsergebnisse, wie Personalvorstand Dr. Michael Pütz darstellte. Neben 45 Auszubildenden, die mit einer Durchschnittsnote von 2,0 abschlossen („so viele wie nie zuvor“), freute sich Pütz über die Einladung von vier Azubis zur Bestenehrung durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen nach Bielefeld.

Um potenzielle Bewerber noch schneller für das Unternehmen zu gewinnen, hat HARTING die Karriereseiten auf der Homepage überarbeitet: frisch, frech, modern und motivierend. Sie bieten zudem neue digitale Services, die den Bewerbungsprozess vereinfachen.

Dass sich die HARTING Technologiegruppe immer wieder dem Wettbewerb stellt und sich als guter Arbeitgeber und regionaler Impulsgeber präsentiert, stellte Gesellschafterin Margrit Harting heraus. Auszeichnungen aus aller Welt für Qualität, Produkte und Nachhaltigkeit führte sie ebenso an, wie das lokale und regionale Engagement der Unternehmensgruppe. „Wir dürfen uns nicht auf Vergangenem ausruhen und müssen uns immer wieder neu beweisen. Nur so gelingt der Weg in die Zukunft und sichert Unternehmen und Mitarbeitende langfristig ab“, konstatierte Margrit Harting.

Gute Ausgangsposition und auch Herausforderungen

Der Vorstandsvorsitzende Philip Harting sieht die Technologiegruppe insgesamt in einer guten Ausgangsposition und blickt zuversichtlich auf die nächsten Monate. Er wies aber ausdrücklich auf verschiedene Herausforderungen hin. Noch nicht absehbar sind nach den Worten von Philip Harting die Veränderungen auf dem Bahnmarkt und die möglichen Auswirkungen für HARTING nach dem Zusammenschluss der entsprechenden Unternehmenssparten von SIEMENS und des französischen Wettbewerbers Alstom.

Auch die Entwicklungen im Windenergieanlagenmarkt wird die Technologiegruppe genau verfolgen. Von den zehn größten Unternehmen stammen fünf aus China. „In diesem globalen Umfeld steht der deutsche Branchenführer unter empfindlichem Preisdruck.“ Ebenso böte die Elektromobilität Chancen, beinhalte gleichzeitig jedoch auch Risiken aufgrund sich verändernder Produktion. 

Der Brexit und die damit verbundenen Unsicherheiten stellten eine weitere Herausforderung dar. Die Verhandlungspartner müssten endlich für Klarheit sorgen. Die Landesgesellschaft HARTING UK zählt zu den wichtigsten der Technologiegruppe.

Topthema Digitalisierung wird weiter vorangetrieben

Als wichtigstes Thema der deutschen Industriepolitik sieht das Unternehmen im kommenden Jahrzehnt die Digitalisierung. Alles, was miteinander vernetzt werden könne, werde auch vernetzt. HARTING habe sich schon frühzeitig und intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. „In unserem Unternehmen sind wir uns der Konsequenzen des Effekts der Digitalisierung sehr bewusst. Wir wissen: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir alle Prozesse digitalisieren, die notwendig sind“, bezog der Vorstandsvorsitzende auf der Jahrespressekonferenz klar Position und sieht die Bundesregierung in der Pflicht, in die digitale Infrastruktur des Landes zu investieren.

Auch im Ausland wird das Thema vorangetrieben. Impulse erwartet HARTING als Mitglied von der im Oktober gegründeten „Robotation Academy“ im südchinesischen Foshan, wo sich künftig jährlich rund 1.000 Industrievertreter bei Lehrgängen und Konferenzen mit technologischen Trends beschäftigen. „Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir unser Wissen und unsere Technologien im Bereich Industrie 4.0 erweitern“, so Philip Harting. Als belastend sieht er allerdings die immer schwierigeren Cyber Security Regelungen in China. Und nicht nur dort, sondern auch in anderen Regionen erschwerten zunehmend komplexe Datenschutzbestimmungen und protektionistische Auflagen den freien Handel.

Zuversichtlich ins neue Geschäftsjahr 2017/18

Das neue Geschäftsjahr 2017/18 begann für die Technologiegruppe positiv. „Wir haben ein gutes Bauchgefühl, denn die Auftragslage ist gut“, zeigte sich Philip Harting auf der Jahrespressekonferenz zuversichtlich und verwies in diesem Zusammenhang u.a. auf den Bereich Automotive. Die Tochtergesellschaft HARTING Automotive ist nach VW nun auch Tier-1-Supplier für den BMW-Konzern geworden.

„Mit Rückenwind haben wir das neue Geschäftsjahr begonnen und sehen die Entwicklung optimistischer als noch vor einem Jahr. Dennoch sind wir wachsam“, betonte Harting. Die Technologiegruppe rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 mit einem Umsatzplus von fünf bis sechs Prozent – und damit leicht über dem Marktwachstum.

Der Branchenverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) erwartet beim Elektro-Weltmarkt einen Zuwachs von vier Prozent im kommenden Kalenderjahr.