Generationenübergreifend innovativ
Joachim Zellner
Position: Geschäftsführer
- Firma: ZVK GmbH
Andreas Klees
Position: Geschäftsführer
- Firma: ZVK GmbH
Die Anforderungen an moderne Datenkommunikation steigen stetig – und mit ihnen die Komplexität der Infrastruktur. Steckverbinder stehen dabei im Mittelpunkt: Sie verbinden nicht nur Geräte, sondern auch Generationen von Technologien. Die Zukunft liegt nicht in der Einheitslösung, sondern in der intelligenten Anpassung. Adapter werden zum Schlüssel für Flexibilität und Innovation.
Konsolidierung und Diversität – Die aktuelle Lage
Die letzten Jahrzehnte waren geprägt von dem Streben nach Standardisierung und Konvergenz. Ethernet hat sich als universeller Physical Layer etabliert und ermöglicht eine sektorübergreifende Kommunikation. Die Verkabelungsstandards – vor allem ISO/IEC 11801 und EN 5073 – sorgen für eine gewisse Einheitlichkeit, insbesondere im Büro- und Rechenzentrumsumfeld aber auch in der industriellen Produktion. Dennoch zeigt sich: Die Vielfalt der eingesetzten Steckverbinder und Verkabelungsphilosophien ist größer denn je.
Infrastruktur im Wandel: Kupfer, Glasfaser und die Konvergenz auf Ethernet
Infrastruktur im Wandel: Kupfer, Glasfaser und die Konvergenz auf Ethernet
Die Infrastruktur lässt sich heute grob in drei Bereiche gliedern: Die Verbindung der Endgeräte zum lokalen Netzwerk (LAN), die überwiegend auf Kupfertechnologie basiert, die Weiterleitung in Weitbereichsnetzwerken (WAN) und die Anbindung der Rechenzentren, bei der Glasfasertechnologie dominiert. Trotz dieser Unterschiede gibt es eine klare Konvergenz auf dem Physical Layer: Alles läuft über Ethernet. Doch dieses Layer ist divers – beim Anschluss vieler Endgeräte kommen drahtlose Technologien zum Einsatz, die jedoch zum Access Point wiederum mit klassischer Connectivity, meist RJ45, verbunden sind.
In Rechenzentren hingegen dominiert die optische Technologie mit einer Vielzahl an LC-Steckverbindern für mehrere Fasern und MPO-Steckverbindern für hohe Packungsdichten und Bandbreiten.
Im Rechenzentrum hingegen dominieren die optischen Technologien mit LC-Duplex Steckverbinder mit 2-Faser-Verbindungen für Senden und Empfangen (10/25G). Für Datenraten von 40/100/200/400/800G/1.6T und hohe Portdichten kommen in der Regel MPO/MTP-Mehrfasersteckverbinder für Paralleloptik zum Einsatz.
Der Stand der Technik zeigt: Es hat heute durch Ethernet eine Konvergenz der Steckverbinder stattgefunden, doch die Systeme sind historisch gewachsen und wachsen in Richtung Zukunft weiterhin. Um Systeme von gestern, heute und morgen miteinander zu verbinden, sind Adapter unverzichtbar geworden. Adaptierung ist heute kein notwendiges Übel mehr, sondern ein strategischer Vorteil, da es immer um Ethernet nach IEEE 802.3 geht und damit kommunikativ absolute Transparenz der Daten besteht.
Die Rolle des Adapters – Flexibilität statt Einheitslösung
Adapter sind strategische Komponenten der Infrastruktur, die flexible Verbindungen zwischen unterschiedlichen Systemen ermöglichen. Sie gewährleisten Datenintegrität und Zukunftsfähigkeit, indem sie die Anpassung an neue Technologien und Geräte unterstützen, ohne die Datenübertragung einzuschränken. Die Lebensader der Daten verlangt keine absolute Einheitlichkeit auf Layer 0. Vielmehr ist es entscheidend, den richtigen, zukunftsfähigen Steckverbinder für die jeweilige Applikation zu wählen. Datenintegrität und -durchgängigkeit werden durch Adapterkabel nicht eingeschränkt – im Gegenteil: Sie ermöglichen eine flexible Anpassung an neue Technologien und Endgeräte. So bleibt die Infrastruktur über Jahrzehnte nutzbar.
Netzwerktechnik im Wandel: Zukunftsausblick
Die Zukunft im Bereich der Endgeräte wird nicht nur von RJ45 geprägt sein – Single Pair Ethernet (SPE) wird an Bedeutung gewinnen und neue Steckverbinder ins Spiel bringen. Auch hier werden Adapter benötigt, um die Kompatibilität zwischen alten und neuen Systemen sicherzustellen. Im Rechenzentrum werden Mehrfasersteckverbinder immer wichtiger, die Anzahl der Fasern und die Leistungsfähigkeit steigen stetig. LC-Duplexsteckverbinder als Small Form Factor sind heute Standard, doch Very Small Form Factor Connectors wie SN oder MDC setzen neue Maßstäbe in Sachen Miniaturisierung und Portdichte. Gleiches gilt für die Mehrfasersteckverbinder wo bereits heute die neuen kompakteren Typen wie SN-MT und MMC Einzug in die Rechenzentren der Hyperscaler und AI/HPC Cluster finden. Das bedeutet: Das gleiche Ethernet wird über immer neue Steckverbinder übertragen – und damit entstehen auch neue Adapterlösungen.
Die Zukunft der Steckverbinder im Rechenzentrum liegt in der Miniaturisierung bei gleichzeitiger Steigerung der Datenrate. Very Small Form Factor-Steckverbinder werden sich insbesondere in Hyperscale-Rechenzentren durchsetzen. Auch wenn sich diese neuen Steckverbinder nicht sofort flächendeckend etablieren, werden sie die Infrastruktur nachhaltig beeinflussen. Adapter werden dabei weiterhin eine zentrale Rolle spielen und die Brücke zwischen alten und neuen Technologien schlagen.
Fazit
Die Konvergenz der Datenkommunikation auf Ethernet-Basis ist ein Erfolgsmodell. Doch auf Layer 0 bleibt die Welt bunt und vielfältig. Die richtige Auswahl und Kombination von Steckverbindern – unterstützt durch Adapter – ermöglicht es, alle Applikationen und Anforderungen flexibel zu bedienen. Die Standardisierung bleibt wichtig, um eine gewisse Basis zu schaffen, doch die Zukunft gehört der Diversität und Adaptierbarkeit. Der Adapter ist der King – und damit unverzichtbar für die Zukunft.
Die ZVK GmbH ist ein führender Anbieter von Lösungen in der Glasfaser- und Netzwerktechnik. Das mittelständische Unternehmen entwickelt und fertigt hochwertige Verkabelungssysteme, Steckverbinder und Komponenten für anspruchsvolle Anwendungen in Industrie, Rechenzentren und Telekommunikation. Mit langjähriger Erfahrung, innovativen Produkten und maßgeschneiderten Services unterstützt ZVK seine Kunden bei der Realisierung leistungsfähiger und zukunftssicherer Netzwerkinfrastrukturen.
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